Cornelius Obonya verrät, was Schauspielkunst und erfolgreiche Präsentationen gemeinsam haben

Als Schauspieler steht Cornelius Obonya ständig vor Publikum. Hat man nach so vielen Jahren im Business eigentlich noch Lampenfieber und wie geht man am besten mit Fauxpas bei Auftritten um? In Teil zwei unseres Interviews verrät er uns seine besten Tipps für gelungene Auftritte.

Wie geht man am besten mit einem Fauxpas bei Auftritten um? 

Angenommen ich gehe auf ein Podium, um einen Vortrag zu halten, und stolpere über die Stufe beim Raufgehen. Dann gibt es drei Möglichkeiten, um mit der Situation umzugehen: 

  • Ich kann in Blitzeseile so tun, als ob nichts gewesen wäre. Das finde ich nicht so gut. 
  • Ich kann es als Desaster ansehen und danach völlig verkrampfen. Auch das wird das Publikum wahrnehmen.
  • Oder ich kann das mit einer kleinen, humorvollen Anekdote überspielen. 

Humor hat immer das Potential, das Publikum aufzulockern und eine Verbindung zu den Zuhörenden aufzubauen. Grundsätzlich lassen sich Fauxpas aber auch durch eine gute Vorbereitung vermeiden. Vor einem Vortrag sollte beispielsweise immer das Mikrofon ausgetestet werden. 

Worauf kommt es rhetorisch bei einem Vortrag an?

Vor Publikum zu sprechen und zu wissen, wann eine Pause angebracht ist oder wie man einen Satz führt, ist etwas, das man erlernen kann. Wichtig sind auch die Emotionen, die man in die Stimme steckt. Ein Nachrichtensprecher zum Beispiel hat die Aufgabe, Informationen weiterzugeben. Er spricht daher in einem neutralen Ton. Doch wenn man jemanden von etwas überzeugen möchte, ist das nicht sinnvoll. Auch hier zählt grundsätzlich wieder: Man muss es selbst wollen und selbst von dem überzeugt sein, was man sagt. Genau das wird in der Stimme mitschwingen und genau das wird das Publikum spüren. 

Und welche Tipps aus der Schauspielkunst haben Sie für das Thema Körpersprache parat?

In Schauspielschulen wird zum Thema Körpersprache gerne ein Monolog aus Shakespeares „Hamlet” zitiert. Dabei unterrichtet Hamlet ungefragt Schauspieler, indem er genau beschreibt, was ein Schauspieler tun und was er lassen sollte. Dazu gehört: Nicht zu viel gestikulieren, lieber eine Geste einsetzen als hunderttausende, nicht Herumfuchteln, einen sicheren Stand einnehmen und und und.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Blickkontakt. Wenn Schauspieler mit einem Text noch nicht ganz sicher sind, senken sie häufig den Blick. Stattdessen sollte der Blick bei einer Präsentation auf das Publikum nach vorne gerichtet sein. Wenn man sich nicht sicher ist, wohin man schauen sollte, gibt es den Trick, sich drei Leute im Publikum auszusuchen und diese direkt anzusehen. Dann hat man verschiedene Blickrichtungen, aber lässt sich nicht verunsichern.

Haben Sie überhaupt noch Lampenfieber? Und was sind Ihre Tipps, um es zu vermeiden? 

Ja, auch nach Jahren im Beruf habe ich noch Lampenfieber. Und wenn ich es nicht habe, dann weiß ich tief in mir drinnen, dass ich nicht gut genug vorgearbeitet habe oder, dass mich das Thema nicht wirklich interessiert. Von daher finde ich es tatsächlich spannender, Lampenfieber zu haben, als es nicht zu haben. Und Lampenfieber hat noch einen weiteren positiven Effekt: Es hilft, in dem Moment konzentriert und fokussiert zu sein.
Was grundsätzlich bei Lampenfieber immer hilft, ist eine sehr genaue Vorbereitung. Ein weiterer Tipp ist, sich, ähnlich wie beim Schauspiel, eine Figur auszumalen und sich vorzustellen, dass man in dem Moment, in dem man vor das Publikum tritt, eine Rolle einnimmt. Wie jemand am besten mit Lampenfieber umgeht, ist und bleibt jedoch sehr individuell. Jeder muss seinen eigenen Schlüssel finden, mit der Nervosität am besten umzugehen.

Wie schaffen Sie es, für einen Auftritt ganz bei sich bzw. in Ihrer Rolle zu bleiben?

Das ist wohl das größte Geheimnis der Schauspielkunst. Der Regisseur Max Reinhardt hat dazu einmal geschrieben: Man muss seine Kindheit in die Tasche stecken und mitnehmen.” Denn ein Kind, das im Spiel eine Figur annimmt, bleibt in dieser Figur, es bleibt Superheld, Prinzessin oder Bösewicht. Genau diese Naivität mitzunehmen und zu bewahren, kann der Schlüssel sein.

Wir bedanken uns bei Cornelius Obonya für das Gespräch! 

Sie haben den ersten Teil des Interviews verpasst?

Keine Sorge, hier können Sie ihn nachlesen und erfahren, was der Schlüssel erfolgreicher Präsentationen ist...

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete

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