Präsentieren wie Steve Jobs: Diese Tech­niken stecken hinter den legen­dären Präsen­tationen

Bis zu seinem Tod im Jahr 2011 war der ehe­malige Apple-CEO der un­bestrittene Star der Produkt­präsentationen von Apple. Aber auch nach seinem Tod kann man noch viel von seiner Vortrags­weise lernen. Erfahren Sie hier die Tricks und Geheim­nisse hinter seinen legendären Präsen­tationen.

Die Macht einer guten Präsentation

Steve Jobs’ Keynotes zeichneten sich vor allem durch eine unverkennbare Leidenschaft aus. Der engagierte Storyteller schaffte es zweifellos, ein weltweites Publikum sowohl vor Ort als auch in den Medien (die YouTube-Videos seiner Präsentationen haben tausende Klicks) mit seinen Vorträgen in seinen Bann zu ziehen und von seinen Inhalten zu begeistern. So hatten die Produkteinführungen bei Apple mehr den Charakter eines aufregenden Happenings, als einer schnöden Pressekonferenz und erlangten regelmäßig weltweites Aufsehen. Dies zeigt eindrucksvoll, wie bedeutsam gute Präsentationen für ein Unternehmen sein können. Doch welche Präsentationstechniken stecken hinter diesem Erfolg? 

Die 10 Schlüsseltechniken einer „Steve-Jobs”-Präsentation

Der US-amerikanische Kolumnist Carmine Gallo hat sich diese Frage ebenfalls gestellt und die Präsentationstechnik von Steve Jobs einmal genau unter die Lupe genommen. Wir haben die zehn Tipps für einen einzigartigen Vortrag à la Steve Jobs zusammengefasst:

1. Twitter-freundliche Überschriften

Wir leben in einem digitalen Zeitalter. Alles funktioniert schnell und die Aufnahmezeit und -bereitschaft der Zielgruppe ist dementsprechend begrenzt. Das beeinflusste Steve Jobs dazu, möglichst kurze und knackige Überschriften zu verwenden – die so genannte „Twitter-friendly headline“. Überschriften wie „Das dünnste Notebook der Welt”, mit der Jobs 2008 das MacBook Air vorstellte, prägen sich schnell ein und lassen sich noch schneller verbreiten – in nur 140 Zeichen auf Twitter. 

2. Proben, proben, proben

Was viele Menschen an Steve Jobs bewunderten, war sein nahezu mühelos charismatisches Auftreten. Eine naturgegebene Gabe? Wohl kaum: Hinter jedem smoothen Auftritt von Jobs steckten stundenlange Arbeit, Training und intensive Vorbereitung bis die Präsentation perfekt saß. Für jeden, der also denkt er könne nie so charismatisch wirken wie Jobs, gilt: Fake it till you make it. Das Geheimnis selbstbewusst, charismatisch und mühelos auf der Bühne zu wirken, ist viel Übung. Denn genau das ist, was Jobs auch getan hat. 

3. Die magische 3

„Drei Kreuze machen”, „drei Wünsche frei”, „aller guten Dinge sind drei” – die Zahl Drei hat nicht nur im Sprachgebrauch eine besondere Bedeutung. Auch für Jobs war die Zahl Drei eine geradezu magische Zahl. Denn die Zahl Drei ist dramatischer als die Zwei und leichter zu merken als Sechs oder Acht. Steve Jobs war so überzeugt von der Macht der Drei, dass er selbst die Struktur der Präsentation der Zahl Drei anpasste. Im Jahr 2007 stellte Jobs beispielsweise drei Produkte vor: MP3-Player, Telefon und Internet – doch eigentlich sprach er nur von einem Produkt, in dem sich alle drei Komponenten vereinten, dem iPhone.

4. Jede gute Geschichte hat einen Bösewicht

Neben dem Helden sorgt in jeder guten Geschichte der Bösewicht für die nötige Spannung. In seinen Präsentationen hat Jobs daher einen Feind geschaffen, den der Held besiegen musste. Als Steve Jobs im Januar 2007 das iPhone präsentierte, stellte er es nicht nur als simples Produkt, sondern als Held vor, der es schaffte den Bösewicht in Form von Problemen, die Mobilfunknutzer mit dem damaligen Stand der Technik hatten, zu besiegen.

5. Auf die Vorzüge konzentrieren

Die Frage „Was habe ich davon?” ist eine essentielle. Wer diese Frage schnell und in wenigen Worten beantworten kann, macht alles richtig. Und genau das hat Steve Jobs perfektioniert: Statt Produkte oder Dienstleistungen bloß zu beschreiben, hat Jobs stets die Vorzüge und den konkreten Nutzen der Produkte in den Fokus gestellt.

6. Simple visuelle Folien

Steve Jobs war kein Fan von Powerpoint. Statt unzählige Folien mit noch mehr Wörtern aneinanderzureihen, nutzte Jobs in seinen Präsentationen zum Teil lediglich eine Gesamtzahl von 19 Wörtern. Vielmehr als Worte überwiegten – getreu dem Motto „ein Bild sagt mehr als tausend Worte” – ansprechende visuelle Eindrücke beim Präsentationsdesign.

7. Nicht ablesen!

Die meisten von Ihnen haben es bereits in der Schule gelernt: Von Notizen ablesen ist nie eine gute Taktik, um das Publikum für sich zu gewinnen. Selbst bei noch so langen Reden (die Einführung des iPhones dauerte 80 Minuten) verbarg Steve Jobs nicht ein einziges Mal seinen Kopf in Notizen. Wenn Jobs Notizen nutzte, dann nur so, dass das Publikum nichts davon mitbekam. Außerdem kommt es auf die Art der Notizen an: Es sollten nicht mehr als kurze Stichpunkte sein, die die Erinnerung anregen.

8. Geschichten erzählen

Steve Jobs war im Storytelling ausgezeichnet. Lustige Geschichten, spannende Geschichten oder persönliche Geschichten: Jobs wusste die Inhalte gekonnt an den richtigen Stellen auszuschmücken und die Zuhörer zu fesseln.

9. Spaß haben

Als Steve Jobs dem Publikum in einer Präsentation das iPhone vorgestellt hat, hat er dies mit den Worten „hier ist es” angekündigt. Doch auf der Folie befand sich kein Foto des iPhones, sondern das eines alten Telefons mit Wählscheibe. Witzige Momente heitern nicht nur das Publikum auf, sie geben auch dem Präsentierenden ein gutes Gefühl und motivieren zusätzlich. Ob geplant oder spontan: Humor in Reden unterhält nachhaltig, sorgt dafür, dass Inhalte besser behalten werden und lockert die Stimmung auf.

10. Die richtigen Worte finden

Last but not least war Jobs ein Künstler darin, die richtigen Worte für die Beschreibung der Produkte zu finden. Denn seine Leidenschaft für die eigenen Produkte drückte sich auch in der Wortwahl aus – und wenn der Redner selbst von den Inhalten überzeugt ist, kann dies auch das Publikum begeistern. Statt komplizierte Fachbegriffe und komplexe Worte zu verwenden, brachte Jobs seine Emotionen lieber mit den Worten: „It looks pretty doggone gorgeous” auf den Punkt. Denn eins ist klar: Menschen können die Begeisterung des Redners nicht teilen, wenn sie seinen Worten nicht folgen können.

Präsentieren wie Steve Jobs: Die Übung macht den Meister

Jede einzelne von Steve Jobs Reden war informierend, unterhaltsam und inspirierend. Doch auch Jobs hat seine Präsentationstechnik über die Jahre verbessert, dazu gelernt und seinen Auftritt mit viel Übung und der richtigen Präsentationsvorbereitung perfektioniert. Wer präsentieren möchte wie Steve Jobs sollte also vor allem eines tun: Üben, üben, üben. 

Sie möchten so professionell präsentieren wie Steve Jobs? 

Wir unterstützen Sie dabei – mit unserem Präsentationscoaching! Zeigen Sie uns Ihre Präsentation und mit unseren Tipps holen wir gemeinsam das Beste aus ihr raus. 

Präsentationscoaching

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